Merkel darf weiter Alphatier sein

Merkel darf weiter Alphatier sein
Auf dem CSU-Parteitag demonstrierten die Unionsparteien ungewohnte Einigkeit. CSU-Chef Horst Seehofer rüttelt nicht am Führungsanspruch Merkels. Die macht dafür Zugeständnisse in Steuerfragen.
Gut zwei Monate vor der Bundestagswahl fügt sich die CSU trotz inhaltlicher Querelen mit der CDU dem Führungsanspruch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zum Auftakt des CSU-Parteitags beschworen die CDU-Vorsitzende und CSU-Chef Horst Seehofer in Nürnberg die Geschlossenheit der Union. Seehofer sicherte Merkel trotz der anhaltenden Differenzen in der Steuer- und Europapolitik die volle Unterstützung zu: “Es wird ein Merkel-Wahlkampf werden. Sie ist die stärkste Persönlichkeit, die wir als Union haben.”
Merkel betonte, die Union aus CDU und CSU sei nur gemeinsam stark. “Deshalb, lieber Horst Seehofer, werden wir Arm in Arm und in einer Richtung marschieren.” Mit Blick auf die aktuellen Unions-Streitigkeiten sagte sie: “Wenn Horst Seehofer sagt: “Die CSU hat wieder Biss”, dann sage ich: Das ist schön. Beißt die Richtigen, und dann wird’s gut.”

Merkel: Notwendig, auf Pump Geld auszugeben
Die CSU will auf dem zweitägigen Kongress ein Aufbruchsignal für den Bundestagswahlkampf geben. Schwerpunkte am Samstag sind Seehofers Wiederwahl und die Verabschiedung eines eigenen CSU-Wahlaufrufs. Darin sind all die Forderungen aufgenommen, die Seehofer wegen des Widerstands der CDU nicht im gemeinsamen Wahlprogramm unterbringen konnte. So fordert die CSU Steuersenkungen ab 2011, während die CDU und Merkel sich nicht auf ein konkretes Datum festlegen wollen.
In Nürnberg ging Merkel in diesem Punkt jedoch auf die CSU zu. Wer erzähle, man könne “in den nächsten zwei, drei Jahren keine moderate Entlastung” zulassen, liege falsch, sagte die CDU-Vorsitzende auf dem CSU-Parteitag. “Wir brauchen Motivation für die, die in unserem Land den Karren ziehen”, sagte Merkel. Deshalb sei Entlastung für Facharbeiter, Ingenieure und die Mittelschicht richtig. Dass man jenen vor den Kopf schlage, werde es mit der Union nicht geben, sagte Merkel.

Merkel hob auch die gute Zusammenarbeit von CDU und CSU innerhalb der gemeinsamen Bundestagsfraktion hervor. “Wir sind ein starkes Stück des Deutschen Bundestags, wenn wir zusammenzuhalten. Wir halten zusammen.” Die Spitze der CSU-Landesgruppe fährt im Europa-Streit einen deutlich moderateren Kurs als die CSU in München. Merkel verteidigte die Steuersenkungspläne der Union. “Moderate Entlastungen” seien nötig, um die Leistungsträger zu motivieren. Die Konsolidierung der Haushalte könne nicht die einzige Antwort auf die Krise sein, man müsse auch neue Schulden machen. “Da, wo wir jetzt sind, ist es sogar notwendig, auf Pump auch mal Geld auszugeben.”

CDU und CSU “keine Zwillingsschwestern”
Seehofer machte deutlich, dass die CSU im Wahlkampf gemeinsam mit der CDU marschieren wird, ihre Eigenständigkeit aber auch weiterhin herausstellen will. “Die CSU ist öfter unbequem, das ist bekannt, das gehört zur Tradition dieser Partei.” Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg betonte, CDU und CSU seien “schwesterlich verbunden, aber keine Zwillingsschwestern”. Die zwei Parteien könnten eigenständige Debatten führen, und das sei auch gut so. CSU-General Alexander Dobrindt betonte, nötig sei “eine starke CSU in Berlin”.

Kurz vor Beginn des Parteitags hatte Seehofer erstmals ein konkretes Wahlziel für den Urnengang am 27. September formuliert. Bei der Bundestagswahl 2005 hatte die CSU 49,2 Prozent erreicht. “Das sollte wieder drin sein”, sagte er dem “Münchner Merkur” (Freitag). Zu Beginn des CSU-Parteitags sagte Bayerns Ministerpräsident: “Wir fühlen uns gut gerüstet.” Die CSU habe “auch wieder den Biss, den eine Partei braucht, um etwas durchzusetzen”, betonte er. Merkel sagte: “Ihr könnt ruhig auch besser werden, das nutzt uns allen.”

“Es wird alles gut”
Seehofer und Guttenberg gaben sich optimistisch, dass der aktuelle Streit in der Union über die Europapolitik beigelegt werden kann und nicht weiter aus dem Ruder laufen wird. “Es wird alles gut”, sagte Seehofer. Guttenberg betonte: “Die CSU weiß, dass man für seine Überzeugungen kämpfen muss und wann man gemeinsam marschieren muss.” Die CSU fordert nach dem Europa-Urteil des Bundesverfassungsgerichts deutlich stärkere Mitspracherechte von Bundestag und Bundesrat bei EU-Entscheidungen als di Schwesterpartei CDU. Zuletzt hatte der Disput zu teils heftigen gegenseitigen Verbalattacken von CDU- und CSU-Vertretern geführt. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Union- Bundestagsfraktion soll nun möglichst rasch einen Kompromiss finden.

Im Wahlaufruf der CSU, der am Samstag verabschiedet werden soll, ist unter anderem die Forderung nach einer Senkung der Mehrwertsteuer für Hotels und Gastronomie enthalten. Zudem will die Partei die Erbschaftsteuer regionalisieren - dann könnte Bayern auf eigene Faust einen niedrigeren Steuersatz beschließen. Hinzu kommt die Forderung nach Volksabstimmungen über den Beitritt weiterer Länder zur EU.

Jackson-Musik erlebt fulminantes Comeback

Jackson-Musik erlebt fulminantes Comeback
Michael Jackson hatte es geplant, seine Musik hat es geschafft - das Comeback. Die Titel des toten Künstlers sind derzeit erfolgreich wie zu den besten Zeiten des “King of Pop”.
Nach dem Tod von Michael Jackson erlebt seine Musik einen Erfolg, wie sie der Pop-Star selbst nur in den 1980er Jahren genießen konnte. Neun Millionen Alben des “King of Pop” wurden weltweit verkauft, seit er vor drei Wochen an Herzversagen starb, teilte das Marktforschungsinstitut Nielsen Soundscan in den USA mit. Allein in den USA gingen seit Jacksons Tod am 25. Juni 2,3 Millionen seiner Alben über den Ladentisch. Auch in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Australien hat er die Spitzenposition der Pop-Charts erobert.
Außerdem tauchte ein bisher unveröffentlichter Song des Sängers im Internet auf. Der Internetdienst “Tmz.com” stellte einen rund 20 Sekunden langen Ausschnitt det Titels “A Place With No Name” vor. Es ist nicht bekannt, wann Jackson das Lied aufgenommen hat. Der Song hat starke Ähnlichkeit mit dem Hit “A Horse With No Name” der US-Band America aus dem Jahr 1971. Dem Internetdienst zufolge hatte die Gruppe vor vielen Jahren Jackson die Erlaubnis gegeben, den ähnlich klingenden Song aufzunehmen. Die Band habe sich “geehrt” gefühlt, dass Jackson ihr Lied neu interpretieren wollte, sagte Americas derzeitiger Manager, Jim Morey, laut “Tmz.com”. Morey war in den 80er und 90er Jahren zeitweise auch für Jackson tätig.

Derweil kündigte Tmz.com unter Berufung auf Gerichtsmediziner in Los Angeles an, dass sich der vollständige Autopsiebericht von Jacksons Leichnam noch etwa zwei Wochen verzögert. Ursprünglich hatten die noch ausstehenden Ergebnisse der toxikologischen Test bereits Anfang kommender Woche veröffentlicht werden sollen. Sie sollen klären, ob der Sänger an einer Medikamenten-Überdosis starb und welche Mittel ihm zum Verhängnis wurden. Die “Los Angeles Times” schrieb, dass sich der Künstler kurz vor seinem Tod Medikamente unter dem Namen Omar Arnold verschreiben ließ. In den 1980er und 1990er Jahren habe er in Arztpraxen auch die Pseudonyme Joseph Scruz und Bill Bray verwandt, berichtete die Zeitung unter Berufung aus Jacksons engstem Kreis.

Angriff auf Tokio-Hotel-Drummer aufgeklärt

Teilgeständnis abgelegt Angriff auf Tokio-Hotel-Drummer aufgeklärt
Ein 28 Jahre alter Mann hat den Angriff auf den Tokio-Hotel-Drummer Gustav Schäfer zugegeben. Bei dem Schlag mit einem Bierglas erlitt dieser schwere Schnittverletzungen am Kopf.
.Der brutale Angriff auf den Schlagzeuger der Band Tokio Hotel, Gustav Schäfer, in dessen Heimatstadt Magdeburg ist weitgehend aufgeklärt. Ein 28-Jähriger gab zu, den 20 Jahre alten Musiker am vergangenen Wochenende in einem Club mit einem Bierglas auf den Kopf geschlagen zu haben, teilte die Polizei mit. Schäfer hatte zahlreiche Schnittwunden am Kopf erlitten, die mit mehr als 30 Stichen genäht wurden.

Der mutmaßliche Täter, dem gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wird, stellte sich der Polizei, nachdem er bereits am Donnerstag ins Visier der Ermittler geraten war. Sie berichteten von einem Teilgeständnis des polizeibekannten Mannes, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Er habe den Schlagzeuger der Teenie-Band vermutlich nicht gezielt attackiert. Warum es zu dem Angriff kam, blieb offen.

Schäfer hat nach eigenen Angaben keine genauen Erinnerungen an den Vorfall in der Nacht zum Sonntag. “Mein Kopf tut immer noch weh. Das alles hat für sehr viel Wirbel gesorgt”, sagte er der “Bild”-Zeitung. Schäfer war in den vergangenen Monaten in seiner Heimatstadt mehrmals in die Schlagzeilen geraten. Im Januar wurde in der Universitätsklinik sein Blinddarm entfernt. Im November hatte Schäfer für Aufsehen gesorgt, als er einen Verkehrsunfall verursachte, bei dem er und zwei Mitfahrer leicht verletzt wurden.

Bayern München macht sich lächerlich im Champions League Viertelfinale

Champions League Viertelfinale:
Bayern München macht sich lächerlich

Der Auftritt des FC Bayern im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Barcelona ist schwer in Worte zu fassen. Jede Floskel der Unterlegenheit hört sich angesichts des sportlichen Totalschadens untertrieben an.

Demontiert, vorgeführt, gedemütigt: Ein chancenloser FC Bayern München hat bei einer der höchsten Pleiten seiner glorreichen Europapokal-Geschichte eine Lehrstunde erteilt bekommen und kann das Champions-League-Halbfinale abhaken. Von den phasenweise brillierenden Fußball-Künstlern des FC Barcelona wurde der deutsche Rekordmeister am Mittwochabend im ausverkauften Camp Nou beim 0:4 (0:4) nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen und verweigerte dabei jeglichen Widerstand. Auf Trainer Jürgen Klinsmann, dessen Überraschungs-Coup im Bayern-Kasten, Hans Jörg Butt anstelle des etatmäßigen Torwarts Michael Rensing zu bringen, wirkungslos blieb, dürften nur schwere Zeiten zukommen. Lionel Messi mit einem Doppelpack (9. Minute und 38.), Samuel Eto’o (13.) und Thierry Henry (43.) besiegelten vor 96.000 berauschten Barcelona-Anhängern den Untergang der Bayern beim Aufeinandertreffen zweier Fußball-Welten.

Rummenigge und Beckenbauer geschockt
«Die erste Halbzeit war eine Demontage. Es wurden uns die Grenzen aufgezeigt», räumte ein fassungsloser Klinsmann nach dem Abpfiff ein. Er sei aber «natürlich» der Aufgabe gewachsen. «Ich bin überzeugt von der Arbeit, die wir leisten, ich weiß, es ist ein Prozess, der mit vielen Problemen verbunden ist», meinte er. «Natürlich weiß ich, die Zeit wird knapp, wenn ein paar Niederlagen kommen», erklärte er und übte sich in wenig überzeugendem Durchhalteparolen: «Helm auf und durch.»

«Was wir hier erlebt haben, hat reichlich Leute schockiert. Die Frage ist, ist man mehr wütend oder traurig», meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. «Man muss in Ruhe die Dinge bewerten und rational eine Entscheidung treffen», so Rummenigge weiter. «Was ich in der ersten Halbzeit gesehen habe, war das Fürchterlichste, was ich von dem FC Bayern je gesehen habe», meinte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer am Premiere-Mikrofon. Vom Halbfinale gegen Chelsea oder Liverpool können die Münchner nur träumen. Rummenigge: «Mit dem 0:4 sind wir ausgeschieden.»

Bayern-Spieler nur Staffage
Die Lehrstunde begann vier Tage nach dem 1:5-Desaster in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg mit der ersten Minute. Klinsmann musste neben Daniel van Buyten (familiäre Gründe) und Lucio (verletzt) auch auf Nationalverteidiger Philipp Lahm in der Startformation wegen Wadenproblemen verzichten. Für ihn rückte Christian Lell auf die linke Abwehrseite.

Lell war aber wie alle Bayern-Akteure vor der Pause lediglich Staffage, degradiert von einer «Barca»-Mannschaft, deren namhafte Einzelspieler einmal mehr große Taten vollbrachten. Während weder von Franck Ribéry noch Luca Toni oder Marc van Bommel - abgesehen von einem rotwürdigen Ellbogencheck gegen Messi - etwas zu sehen war, zeigten die katalanischen Kurzpass-Koryphäen ihr Können, allerdings noch nicht einmal zur Vollendung.

Eto’o, Messi und Henry begeistern die Fans

Gegen die sich einigelnden Bayern legte erst Eto’o Messi zu dessen siebtem Champions-League-Tor auf, mit dem er mit dem verletzten Münchner Miroslav Klose gleichzog. Dann bedankte sich der Argentinier mit einer Vorlage auf den Kameruner. Beide ließen Butt keine Chance. Glück hatten die Gäste schon zuvor gehabt, als Martin Demichelis kurz vor der Linie gegen Henry gerettet hatte. Zudem verweigerte Schiedsrichter Howard Webb aus England einen Elfmeter nach einem Lell-Foul an Messi (17.), dem er stattdessen Gelb zeigte wegen einer Schwalbe, die keine war. Trainer Josep Guardiola regte sich derart an der Außenlinie auf, dass er auf die Tribüne geschickt wurde.

Derlei Sorgen hätte Klinsmann gern gehabt. Wehrlos ergaben sich seine Spieler weiter ihrem Schicksal. Dabei traf Butt die geringste Schuld. An den Gegentoren war er machtlos, bei einer Abwehraktion gegen den hereinrutschenden Henry bekam er dessen Stollen ins Gesicht. Noch auf dem Rasen musste Butt genäht werden, während Rensing sich warmlaufen durfte. Chancenlos war Butt auch bei Messis zweitem Treffer sowie dem 50. Champions-League- Tor von Henry.

Barca lässt Gnade vor Recht ergehen

Die Armada in Rot-Blau drosselte nach dem Seitenwechsel etwas das Tempo, gegen die eher im Leerlauf agierenden Gäste reichte es gleichwohl noch zu Torchancen. Und wieder war es Messi, Butt konnte aber glänzend parieren (59.). In der 71. Minute dann die erste Bayern-Chance: Carlos Puyol klärte aber gegen Ze Roberto. Das nächste Trauma in Camp Nou war nach 90 Minuten perfekt, vor zehn Jahren hatten die Bayern dort in der letzter Minute das Champions-League- Finale verloren. Das zu Erreichen ist wohl unmöglich, bislang gelang in 17 Jahren Champions League Deportivo La Coruna 2004 einmal nach einem 1:4 im Hin- ein 4:0 im Rückspiel gegen den AC Mailand.

FC Barcelona - Bayern München 4:0 (4:0)

FC Barcelona: Valdés - Daniel Alves, Márquez, Piqué, Puyol - Xavi, Yaya Touré (81. Busquets), Iniesta - Messi, Eto’o (90. Bojan Krkic), Henry (73. Keita)

Bayern München: Butt - Oddo, Demichelis, Breno, Lell - Schweinsteiger, van Bommel, Zé Roberto (77. Sosa) - Altintop (46. Ottl), Ribéry - Toni

Schiedsrichter: Howard Webb (England)
Zuschauer: 96.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Messi (9.), 2:0 Eto’o (13.), 3:0 Messi (38.), 4:0 Henry (43.)

Gelbe Karten: Márquez, Messi / Demichelis, Lell

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Nach Abwrackprämie drohen höhere Steuern

«Die Prämie ist wie eine Droge»:
Nach Abwrackprämie drohen höhere Steuern

Die Verlängerung der Verschrottungsprämie kostet den Staat zusätzlich mehr als vier Milliarden Euro. Die Opposition schimpft über den «teuersten Wahlkampf aller Zeiten» und Autoexperten warnen vor einem «bitteren Entzug».

Die Ausweitung der umstrittenen Abwrackprämie im Wahljahr 2009 wird den Staat mit 4,2 Milliarden Euro neuen Schulden und die Bürger später steuerlich belasten. Das ergibt sich aus dem Beschluss der Bundesregierung vom Mittwoch, mit dem die Verschrottungshilfe von 2500 Euro ungekürzt auch auf die zweite Jahreshälfte ausgeweitet wird.

Bis längstens Ende 2009 können noch 800.000 Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gestellt werden. Insgesamt wurden die Mittel um 3,5 auf fünf Milliarden Euro angehoben. Zu dieser Erhöhung kommen 700 Millionen Euro Zinsen hinzu, erläuterte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Torsten Albig. Damit werde die bisherige Kreditermächtigung des Konjunkturpaketes, die im Sondertopf außerhalb des Bundeshaushalts geregelt ist, um weitere 4,2 Milliarden Euro auf 25,2 Milliarden ausgeweitet. Es handele sich um Schulden des Staates und damit der Bürger.

Ungerechtfertigte Subvention
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW rechnet deshalb schon bald mit höheren Steuern. Nur im Falle einer später überschäumenden Konjunktur könnten die Schulden nach Expertenangaben aus wachstumsbedingt höheren Steuereinnahmen abgetragen werden. Auch dies würde aber zulasten der Bürger gehen, weil dann der sonst vorhandene Spielraum für Steuersenkungen fehlt.

Auch FDP-Fraktionsvize Rainer Brüderle kritisierte die Entscheidung der Bundesregierung. Er sprach von einem «Strohfeuer», das die «Staatsverschuldung … weiter in die Höhe» treibe. «Wir erleben auf dem Rücken der Steuerzahler den teuersten Wahlkampf aller Zeiten.» Ähnlich argumentierten die Grünen.

Wie eine Droge
Deutsche Autoexperten warnen bereits vor dem Kater nach der Party: «Das nächste Jahr wird unendlich hart für die deutsche Autoindustrie. Die Neuzulassungen werden auf 2,8 Millionen Stück einbrechen», meint etwa der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Sein Kollege Stefan Bratzel vom Center of Automotive in Bergisch-Gladbach ist sicher: «Die Prämie ist wie eine Droge. Der Entzug wird bitter.»

Unterdessen betonte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, die Abwrackprämie werde nicht noch einmal erhöht. Ende 2009 sei endgültig Schluss, sofern der Topf nicht schon vorher ausgeschöpft sei. Die Erhöhung sei ein Beitrag für mehr Rechtssicherheit der Industrie sowie der Autofahrer. «Für Dauersubventionen stehe ich nicht zur Verfügung», versicherte der CSU-Minister.

Derweil lehnte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) einen weiteren Nachtragshaushalt für das laufende Jahr ab. Die Neuverschuldung des Bundes wird in diesem Jahr bereits mit bis zu 50 Milliarden Euro veranschlagt, sagte er dem «Handelsblatt». Sein Sprecher Albig stellte klar, dass die Abwrackprämie dem Staat keine zusätzlichen Steuereinnahmen bringe, wie fälschlicherweise in der Autobranche kolportiert werde. Der Bürger ziehe den geplanten Autokauf lediglich vor. «Oder er schichtet um von Möbeln auf das Auto.»


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Kinderporno-Politiker sagt Kita-Besuch ab

Verdächtigter SPD-Abgeordneter sagt Kita-Besuch ab:
«Kinderporno-Politiker» Tauss schämt sich nicht

Er sei kein Pädophiler, sagt der Sozialdemokrat. Aber er wisse auch, dass sein Name für immer mit der Kinderpornographie-Affäre verbunden bleiben wird. Es gehe jetzt «nur noch um die Ehre».

Der unter dem Verdacht des Besitzes von Kinderpornografie stehende SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss sieht seinen Ruf für immer beschädigt. «Selbst ein glatter Freispruch würde nichts daran ändern, dass ich für einige immer der Kinderporno-Politiker bleiben werde», sagte Tauss der «Bild»-Zeitung. «In gewisser Weise geht es jetzt nur noch um die Ehre.»

Scham habe er trotz der schweren Vorwürfe vor allem aus den eigenen Reihen nie empfunden: «Natürlich ist die ganze Sache jetzt auch peinlich», sagte der 55-Jährige, der wegen der Affäre zuletzt auch auf seine Bundestagskandidatur verzichtet hatte. «Aber für Scham gab es nie einen Grund.»

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt wegen des Verdachts der Kinderpornografie gegen Tauss. Der Politiker hatte kurz nach dem Fund von Kinderporno-Bildern in seinen Räumen vor mehr als drei Wochen bereits sein Amt als medienpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion abgegeben und war als Generalsekretär der Südwest-SPD zurückgetreten. Auch die Eröffnung einer Kindergartenveranstaltung habe er abgesagt, sagte Tauss der «Bild»-Zeitung.

Er beteuert weiterhin seine Unschuld. Das Kinderporno-Material habe er im Zusammenhang mit seinen Recherchen als Abgeordneter und Medienexperte gesammelt.


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Phantom-Panne

Phantom-Panne:
Polizei sucht DNA in Wattestäbchen-Fabrik

Die Ermittler haben einen genetischen Fingerabdruck und wissen immer noch nicht, von wem er stammt. Fahndeten sie früher im kriminellen Milieu, so müssen sie nun bei den Produzenten ihrer Labor-Utensilien suchen.

Auf der Suche nach der Herkunft der DNA-Spur des «Phantoms» hat die Polizei Speichelproben bei den Mitarbeitern eines bayerischen Plastikherstellers genommen. «Gestern war das LKA hier», sagte der Geschäftsführer von Böhm Plastics, Lutz Unger, am Freitag. Das Tettauer Unternehmen stellt Hüllen her, die es mit zugekauften Wattestäbchen montiert.

Die Spurensicherungs-Utensilien werden daraufhin untersucht, ob die bisher einer Serientäterin zugerechnete DNA an 40 Tatorten in Wirklichkeit von einer Beschäftigten der Lieferfirma stammen. Unger betonte, dass die Wattestäbchen streng nach den gültigen Normen und Vorgaben des Kunden gefertigt worden seien.

Diese schrieben aber gar nicht vor, dass sie frei von DNA sein müssten. «Wir sind nur der Zulieferer und müssen nicht DNA-frei liefern», betonte er. Deswegen erwarte er auch keine Auswirkungen für seine Firma.

Nicht geeignet für DNA-Analysen

Unterdessen wies ein weiterer Hersteller von Wattestäbchen die Verantwortung für eine etwaige Panne bei der Spurensicherung zum Heilbronner Polizistenmord zurück. Die von der Greiner Bio-One GmbH vertriebenen Abstrichbestecke seien nicht für die Verwendung von molekulardiagnostischen Analysen vorgesehen, teilte das Unternehmen in Frickenhausen bei Nürtingen mit.

Eine Unternehmenssprecherin sagte am Freitag, die Firma arbeite mit dem baden-württembergischen Landeskriminalamt zusammen. Genauere Angaben machte sie aber zunächst nicht. Damit steht nicht fest, ob die Abstrichbestecke überhaupt bei den Tatorten des Phantoms eingesetzt wurden.

Die Wattestäbchen werden über einen deutschen Importeur bezogen. Die Stäbchen seien aus Holz gefertigt, die Watte bestehe aus Baumwolle. Wattestäbchen, Kunststoffröhrchen und Verschluss werden zu einem kompletten Abstrichbesteck montiert, teilte die Firma mit. Die abschließende Sterilisation mit ionisierenden Strahlen führe zu einem sterilen keimfreien Produkt für den spezifischen Einsatzbereich.

Wattestäbchen nicht DNA-frei

«Mögliche vorhandene DNA-Verunreinigungen menschlichen oder tierischen Ursprungs können durch eine Sterilisation nicht beseitigt werden.» Daher sei eine Verwendung des Abstrichbestecks für molekulardiagnostische Analysen nicht vorgesehen. Dies gehe aus den ausführlichen Produktbeschreibungen hervor.

Ein Sprecher des baden-württembergischen Landeskriminalamts sagte am Freitag in Stuttgart, die Behörde habe sich an den europäischen Standards für die Spurensicherung orientiert. «Die halten wir ein.»

Der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) hatte am Donnerstag Schadensersatzansprüche nicht ausgeschlossen, falls verunreinigte Wattestäbchen Grund für eine Fahndungspanne auf der Suche nach der mutmaßlichen Serienverbrecherin seien. Die Polizei lässt nun bundesweit alle Wattestäbchen-Vorräte überprüfen. Wann es Sicherheit über die Herkunft der DNA-Spur des «Phantoms» gibt, ist laut Landeskriminalamt noch nicht absehbar.

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Tschechische Regierung muss zurücktreten

Ministerpräsident Topolanek verliert Misstrauensvotum:

Das tschechische Parlament hat Ministerpräsident Mirek Topolanek das Vertrauen entzogen. Damit muss der EU-Ratspräsident sein Amt aufgeben. Jetzt liegt alles in den Händen von Staatschef Klaus.

Das tschechische Parlament hat am Dienstag Ministerpräsident Mirek Topolanek das Misstrauen ausgesprochen und damit den amtierenden EU-Ratspräsidenten zum Rücktritt gezwungen. 101 der in Prag anwesenden Abgeordneten stimmten für den Antrag der Opposition aus Sozialdemokraten und Kommunisten und erreichten so exakt die notwendige absolute Mehrheit. «Ich nehme das zur Kenntnis und werde mich verfassungsgemäß verhalten», sagte Topolanek unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses. Ein Grund für den Misstrauensantrag war das Handeln von Topolaneks Drei-Parteien-Koalition im Kampf gegen die Wirtschaftskrise.

Seine Mitte-Rechts-Regierung muss nun ihren Rücktritt einreichen. Bis der als EU-kritisch bekannte Staatspräsident Vaclav Klaus den Auftrag zur Regierungsbildung neu vergibt, bleibt das Kabinett geschäftsführend im Amt. Von den anwesenden 197 Abgeordneten stimmten 96 für den 52-jährigen Regierungschef, Enthaltungen gab es keine.

Klaus kann Topolanek bis Ende Juni im Amt lassen

Klaus, dem nun eine Schlüsselrolle zufällt, hat sich bisher nicht zu seinen Plänen geäußert. Die Verfassung setzt ihm für eine Entscheidung kein Zeitlimit, er könnte also Topolanek auch bis zum 30. Juni, wenn die tschechische EU-Ratspräsidentschaft endet, im Amt lassen. Schweden übernimmt den EU-Vorsitz zum 1. Juli. Bereits für den 5. April ist in Prag ein EU-USA-Gipfel mit US-Präsident Barack Obama geplant, noch in dieser Woche ein informelles Treffen der EU-Außenminister im südböhmischen Hluboka nad Vltavou.

Jiri Paroubek, Vorsitzender der Sozialdemokraten und Oppositionsführer, sprach sich am Dienstag für die Bildung einer «Experten-Regierung» aus. Topolanek hatte für den Fall einer Abstimmungsniederlage vorgezogene Neuwahlen nicht ausgeschlossen, wäre für einen entsprechenden Beschluss aber auf Oppositionsstimmen angewiesen, um eine verfassungsändernde Mehrheit zu erreichen.

Sorge um EU-Reformvertrag

In der von Wirtschaftsfragen geprägten Debatte vor dem Misstrauensvotum warf der sozialdemokratische Oppositionsführer Paroubek dem Regierungschef vor, er könne «die Folgen der globalen Krise nicht mildern». Hunderttausende Tschechen müssten deshalb unter einem «Kapitalismus des 19. Jahrhunderts» leiden, sagte er. Topolanek warnte unterdessen vor instabilen politischen Verhältnissen und einer Rückkehr der Kommunisten in die Regierung.

Der Sturz der Prager Regierung könnte auch Auswirkungen auf die Ratifizierung des EU-Reformvertrags in Tschechien haben. Der Lissabon-Vertrag liegt derzeit dem konservativ geprägten Senat zur Abstimmung vor, die dortigen Vertreter von Topolaneks Bürgerpartei (ODS) gelten überwiegend als EU-kritisch. Kommentatoren und Diplomaten in Prag spekulieren, dass der Senat den EU-Reformvertrag kipppen könnte, wenn die ODS-Senatoren sich nach der Demontage Topolaneks nicht mehr an die Parteilinie gebunden fühlen.

Schon vier Misstrauensvoten überstanden

Im Parlament stützte sich die Koalition aus ODS, Christdemokraten und Grünen schon seit Amtsantritt im Januar 2007 auf fraktionslose Abgeordneten, weil sie über keine eigene Mehrheit verfügte. Topolanek hatte so auch vier Misstrauensvoten überstanden. In Fragen der Gesundheitsreform und angesichts der internationalen Wirtschaftskrise hatten sich zuletzt aber immer mehr Differenzen mit den ungebundenen Parlamentariern ergeben.

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KaDeWe-Einbruch war «perfektes Verbrechen

DNA-Experte erklärt Vorteil von Zwillingen:
KaDeWe-Einbruch war «perfektes Verbrechen»

Es klinge «für den Laien skurril», gibt ein DNA-Experte zu: Trotz deutlicher Spuren am Tatort durften die Hauptverdächtigen in einem spektakulären Einbruchsfall wieder gehen. Zwillinge hätten da halt so einen Vorteil, sagt er.

Als die Zwillingsbrüder Hassan und Abbas O. am Mittwoch wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, freute sich darüber vor allem die Familie. In Berlin habe es eine Willkommensfeier in einer Neuköllner Wohnung gegegeben, schreibt die «Berliner Zeitung», alle seien glücklich darüber, dass den Hauptverdächtigen des Einbruchs ins Luxuskaufhaus KaDeWe nichts nachgewiesen werden konnte. Oder, wie die Familie es sieht: Das die Unschuldsvermutung weiterhin gilt.

Nichts konnte nachgewiesen werden? Doch, Hautpartikel am Tatort hatten die Ermittler bei ihrer akribischen Suche gefunden - und sie zweifelsfrei per DNA-Analyse zuordnen können. Aber eben nicht nur einem Menschen, sondern gleich beiden Brüdern zugleich. Da aber nicht ausgeschlossen werden konnte, dass nur einer der Männer an der Tat beteiligt war, musste die Polizei beide wieder gehen lassen.

Professor Michael Klintschar von der Universität Göttingen spricht denn auch im Interview mit der «Berliner Zeitung» von einem «perfekten Verbrechen». Bei eineiigen Zwillingen seien es «eben zwei Menschen», die eine Spur verursacht haben könnten.

«Skurril»

«Das hört sich für Laien skurril an», sagt swe DNA-Experte. Der genetische Fingerabdruck von eineiigen Zwillingen sei jedoch so nahe dran, identisch zu sein, dass keine klare Aussage möglich sei.

Klar ist, dass diejenigen, die ins KaDeWe einbrachen und zahlreiche Luxusuhren und Schmuck stahlen, sehr gut präpariert waren. Keine Fingerabdrücke konnten gefunden werden. Die hätten im Zweifel die Lösung gebracht, sagt Klintschar. «bei den Fingerabdrücken gibt es selbst bei solchen Leuten gewisse Unterschiede.»

» Zum Artikel in der Berliner Zeitung

Nach dem Fahndungserfolg, der Hassan und Abbas O. in Untersuchungshaft gebracht hatte, stehen die Ermittler wieder relativ am Anfang. Sie konzentrieren sich jetzt auf den Komplizen, den es - so zeigten Überwachungsfilme - gegeben haben muss. Und die Beute ist auch noch nicht gefunden.

Die Zwillingsbrüder lassen sich indes von ihren Angehörigen feiern. Eine Erklärung, wie die DNA an den Tatort kam, habe in der Familie niemand, schreibt die «Berliner Zeitung». Auch die Zwillinge nicht. Gefragt danach, wo sie zur Tatzeit gewesen seien, schweigen sie.

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Auf Schalke geht es rund

Auf Schalke geht es rund

Der Manager ist weg, der Kapitän hat das Handtuch geworfen und die Zukunft des Trainers ist ungeklärt. Neue Namen sorgen auch für neue Unruhe: Oliver Kahn, Felix Magath, Andreas Möller und Huub Stevens.

Der FC Schalke 04 stand noch nie für Besonnenheit. 30 Trainer, inklusive der Übergangslösungen, in den letzten 31 Jahren sprechen dafür. Der umstrittene Coach Fred Rutten ist derzeit noch im Amt, doch mögliche Nachfolger stehen schon bereit. Huub Stevens, der schon von 1996 bis 2002 die Königsblauen trainierte, hat schon sein konkretes Interesse geäußert: «Ich würde zu Schalke gehen. Wenn man sechs Jahre bei einem Verein arbeitet, vergisst man das nie.», Im Januar hatte er nach anhaltender Erfolgslosigkeit seinen Trainerposten beim PSV Eindhoven aufgegeben.

Ein weiterer Name birgt mehr Brisanz: Felix Magath. Nicht nur weil der 55-Jährige noch anderthalb Jahre beim VfL Wolfsburg unter Vertrag steht – als Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer. Auch weil die Gelsenkirchener nach der unrühmlichen Entlassung von Andreas Müller auf der Suche nach einem neuen Manager sind und mit Magath als Multifunktionär eine Neuausrichtung des Klubs anstehen würde.

Oliver Kahn ein Knappe?

Für eine Trennung zwischen Traineramt und Manager bei den Knappen spricht dagegen eine andere spektakuläre Personalie. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende von Schalke 04 Clemens Tönnies bestätigte, gab es Gespräche mit Oliver Kahn. Ein gewagtes Vorhaben. Zum einen würde der Ex-Titan als Funktionär unbekanntes Terrain betreten, zum anderen ist der ehemalige Bayern-Keeper mit Sicherheit nicht die Wunschlösung der eigenwilligen Schalke-Fans. Doch beide Parteien scheinen sich schon näher gekommen zu sein. «Ob man so etwas macht, hängt von vielen Faktoren und Facetten ab. Es geht darum, was man als Voraussetzung vorfindet, und wie man sich dort dann verwirklichen kann», sagte Kahn.

Nicht ganz so unerfahren im sportlichen Führungsbereich ist ein weiterer Kandidat. Andreas Möller, seit Juli 2008 Manager beim Drittligisten Kickers Offenbach und davor ein Jahr Trainer beim Oberligisten Viktoria Aschaffenburg, wird ebenfalls als Nachfolger von Andreas Müller gehandelt.

Kapitän gibt auf - Kuranyi verunsichert

An der Mannschaft geht die Führungskrise natürlich nicht spurlos vorüber. Zumal es sportlich für den Tabellenachten der Bundesliga nicht besser läuft. Mit sechs Punkten Rückstand auf Rang fünf, droht der Revierklub das internationale Geschäft zu verpassen. Am Dienstag ist Marcelo Bordon als Kapitän der Mannschaft zurückgetreten. Er wolle sich ganz auf sein Fußballspiel konzentrieren, erklärte der Innenverteidiger. Sein Abwehrkollege Mladen Krstajic übernimmt bis zum Saisonende die Binde.

Wie schwierig es mögliche Neuzugänge wie Oliver Kahn mit den Fans auf Schalke haben könnten, zeigt die alte Geschichte mit dem besten Torjäger der Königsblauen. Kevin Kuranyi fühlt sich stark verunsichert: «Ich habe oft das Gefühl auf dem Platz: Jetzt wird gleich gepfiffen. So kannst du nicht frei aufspielen.» Seit dreieinhalb Jahren stürmt Kuranyi für Schalke und hat in dieser Zeit 63 Tore erzielt.

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